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Freitag, 7. Januar 2011

what happend to our dreams

der legende nach
ein zeitzeuge
auf den schoß meiner mutter
als neil amstrong
den kleinen schritt setzte und den
großen satz sprach

sommerferien am land
und am sendeplatz von "kasperl" plötzlich
"raumschiff enterprise"
stillgehalten und nix gesagt
richtig warm damit nie geworden
aber es waren fremde welten




mondbasis alpha eins und ralph könig
ein junger held und einer von den guten
im schwarzweisen weltall
unter der polaroidsonne

medora, planet der frauen
und in der korona der gutaussehenden
frauen die mich jetzt umsorgen
mir das blut abgewaschen
die implantate gesetzt
und meine vitalparameter checken
fast gar keine mann




starbuck, der alte haudegen
ist jetzt eine kaffekette
aber es ist wenigsten noch immer die alte
space-cantina
der kakao dick wie das dreckige öl
unserer abgeschrammten jäger mit denen wir
das böse hier vertreiben
(oder wenigstens eine zeitlang aufhalten).

hinter dem pappbecher sind alle gleich
sein weißkittel hat hier ebenso
keine hierarchische bedeutung
ebensowenig wie mein trainingsanzug
(nur die rookies sind hier nicht ganz locker)

und es ist unsere schlacht
die weißkittel sagen uns wo's lang geht
und wir fragen nur "wohin?"
aber nicht "wie weit?"
wir sind die die fallen
und sie müssen zusehen
aber es ist unsere schlacht.







major tom in tausend variationen und
immer wieder die sehnsucht
nach der große weiten leere da draußen
dem unbekannten
völlig losgelöst
dem licht folgend
aber auch die einsamen helden werden irgendwann erwachsen
kommen heim
"mars ain't the time an place to raise your kids,
in fact i'ts cold as hell,
and there's no one there to raise them
if you did"
abklatsch ihrer selbst
"ashes to ashes we all know major tom is a junky"
daheim, am boden
aber immer noch am schlauch

aber noch immer ist mit ihnen nicht zu spaßen
("u better not mess with major tom")

william gibson darf alien 2
nicht schreiben
aber er hat uns den cyberspace gebracht
und gezeigt wo die wesentlichen siege
wirklich errungen werden müssen
in unserem kopf
und dass wir ohne den starken frauen
"die unmittelbar hinter uns
durchs schwarze eis brechen"
ziemlich verloren wären


und dann die zeit der ernüchterung
die träume kleiner
das weltall schmutziger
der mensch nicht die krone seiner schöpfung
sondern eine unvermeidliche krankheit
und damit das auftreten der glatzköpfe
erst die bösen
und dann die gut gewordenen bösen
aber niemals die von haus aus die guten
männer eben

alien 3
keine hoffnung für ripley
 
aber weitermachen was geht
und zuletzt der glaube dass im sich fallen lassen
die lösung für alles liegen könnte




"700 Grad... Scheisse. Was für ein Sonnenaufgang."

riddick

             chroniken eines kriegers

Sonntag, 28. November 2010

heimaturlaub

vor 15 wochen - meine schwiegermutter:
"und wann rückst du wieder ein?"


"einrücken", das trifft die sache besonders gut,
denn dass dies - mein krieg - mehr als ein kleines scharmützel werden wird
darauf haben mich die weißkittel
schon eingeschworen
und "einrücken" trifft die sache besonders gut
- denn, sich wir uns ehrlich:
nach deinem ersten "einrücken" -
die schreierei hat dich schockiert,
die nächte im wald haben dir die naive unschuld brutal aus der seele gerissen
aber WIRKLICH FERTIG gemacht (und beinahe gekriegt)
hat dich die kasernenluft
und trostlosigkeit der speisesaalfliesen

vorletzte nacht
unterwegs mit der goldenen prinzessin
wir sitzen in der schicken bar am ufer
gegenüber die lichtspiele am versicherungsturm
lichtstreifen die gegen himmel ziehen
"it's still fun, but it ain't the old firework"
gespräche wie vor tausend jahre
es sind die zeitlosen themen die niemals langweilig werden
und beim studieren einer seele,
die nicht die deine ist
reicht ein leben nicht aus um fertig zu werden
selbst wenn es eine verwandte ist

und mein krieg?
soweit weg - wie ein krieg in einem land von dem du noch nie gehört hast
wir erwähnen ihn kurz, weil er ja in den nachrichten war,
aber jetzt ist er so unbedeutend für uns
wie ein rotweinfleck auf einem
papieruntersetzer

am heimweg
nachvollziehen dessen was gesagt worden ist
und ob nichts falsches dabei war,
denn auch die eloquenz meiner worte
ist angeschlagen,
verkümmert unter dem kalten fieber der untätigkeit
nachdem dich die mittel runtergebremst haben

großformatige landschaftsfotos
vor der französischen schule
und vor dem bild einer übermächtigen wolkenfront bleibe ich stehen
weil ich etwas gesehen hab

am unteren rand des bildes
zusammengeschoben und von der weite des himmel erdrückt
die silhouette von mont saint michelle

als ich selber dort war
war ich atemlos von der größe dieses berg, dieser stadt
und überwältigt welchen großen teil des himmels
sie ausfüllt

im kalten wind der nacht
halten meine permanent tränenden augen
- auch ein nebeneffekt der mittel -
äußerts halbherzig einen limes
gegen die heranstürmenden horden der tränen
und verbrüdern sich beim ersten aufeinandertreffen

das was du hast
ist immer nur ein bruchteil dessen
was dir noch offen steht





Dienstag, 19. Oktober 2010

wie die viecher (Statusreport/Replay)

das fett der heissen würste
rinnt über die mundwinkel
auf das kinn,
wo eigentlich - eine woche nicht rassiert -
ein bart sein müsste

die letzte woche
hab ich nur mit chinanudeln überlebt
als der geschmack dahingegangen
und mein mund sich wie ein chemie-endlager
angefühlt hat

die unfähigkeit kaltes zu essen
den selbst schmusen bei zimmertemperatur
schmeckt wie trockene automatenbrötchen
am longolier-flughafen

der herzhafte biss in eine "hasse dürre"
so wie sie mein vater oft gemacht hat
um selbst einem kargen mahl sowas wie haltung zu geben
(um selbst einem kargen leben sowas wie haltung zu geben)
dass in sich aufnehmen des geschmackes - sinnlicher genuss
selbst das wäre grund genug

schmatzendes kauen
was sind wir heute verwegen
es fühlt sich an als säße ich hier mit nassen haaren
- wie hat meine mutter immer geschimpft -
aber die ist im moment genauso hier wie meine haare

ein tierischer wilder biss
auch etwas zornig ins heisse fleisch
wegen der unfähigkeit dem wehleidigen kerl von gestern
eine reinsemmeln zu können

......hoffnung wird überbewertet
deswegen macht uns die hoffnungslosigkeit so fertig

menschen machen weiter.
das ist der trick

energieerhaltungssatz (Replay)

draußen das summen des gürtelverkehrs
herinnen das summen der klimanalge
ich im dazwischen
mit mehr als einer
nabelschnur

der kahlköpfige im lotussitz
(mönch? kämpfer?)
spiegelbild aus dem halbdunkel
die kattas heute schon gemacht
und die hände führen ein bescheidenes mal
zum mund

wieviel in diesen letzten wochen gelernt
wieviel in diesen letzten wochen
zu glauben gelernt

der herzhafte biss in eine leberkässemmel
und einen moment lang eins sein mit sich
seinem leben
und dem universum
- und die energie von der man sich die letzten wochen genährt
unverbracht zurückströmen lassen
an den kosmos

(soweit die theorie)

Donnerstag, 7. Oktober 2010

hier kommt die sonne

herbst 2010
ich warte im hof
herbstjacke,schal und haube
am letzten sonnenfleck
wie ein eisbär auf der
letzten scholle

heute wärmt sie nicht
also rammstein ins ohr
und kommen lassen
ob nervenimpulse brownsche
molukularbewegungen des restkörpers
auslösen können?

FLASHBACK (1)
11.August 1999 - ein Berg in Achensee
zwei mädchen in roten Jacken und
und ein bub, alle von der gondel alleine heraufgeklettert
mit dicken folienbrillen auf den augen
mit gummiband gesichert
und eingebläut:
"Was immer passiert, die darfst sie nicht selbst abnehmen,
denn die Sonne würde dir die Augen verbrennen"


Danach ist die Welt verkehrt
taghelle Dunkelheit
die dohlen stecken neben uns den kopf unter die flügel
und die disteln schließen sich
stille legt sich übers land
und an der grenzschicht des
wandernden kernschatten
markiert ein jubeln
auf den nachbargipfel
den durchzug
der sonnenfinsternis

FLASHBACK (2)
ich hätte bei meinem bier bleiben können
bei frühpensionierten lokschaffner
und einem weiteren steirerkraut
in der verschneiten hütte
vorahnung? eitelkeit? langeweile?
was lies mich meine schneeschuhe wieder auspuddeln
und ihr nachgehen?

oben am hügel
bricht die sonne durch den nebel durch den wald
und es bleibt unklaur ob das hinter dem nichts
eine auserirdische untertasse oder
doch nur gottes großer beamer ist

später kommt sie den berg hoch
die haare an der schattenseite gefrohren
und wir sitzen im schnee
während das licht um unsere füße brandet

der abstieg ist mit schmerz erkauft



Jetztzeit
wenn du in die sonne schaust
wird sie nie deinen hinterkopf wärmen

Mittwoch, 6. Oktober 2010

nachtpanorama

01:26 - roter turm
vor dem geschmack fällt immer das zeitgefühl
der kopf so wach und die augen noch so zu
verweilen vor dem panorama vor meinem fenster
ein ausblick wie für kaiser

der 18. bezirk
dunkel wie eine uneroberte wildnis
deren backsteinrote dächer
die meinen farbenschwachen augen
als wildgrün sehen könnten
nur die zwei kuppeln der sternwarte
wie zwei vergessene
perry-rhodan raumschiffe

hinunterschauen
auf die spittelau
die in diesem wässerigen
dämmerlicht aussieht wie
vergessene pappkulissen
aus blade runner

dahinter nur der nebel
oder das nichts

dazwischen der gürtel
fahrzeuggespickt
wie ein großer goldener strom

das wars!
zeit aufs klo zu kommen